Kunstausstellung "anstatt"

Mittwoch, 27. September 2017
Kunstausstellung "anstatt"

Annalise Hess, Zürich: Installation
Claudia Niederberger, Luzern: Zeichnung
Renata Schlüssel, Uster: Installation
B
rigit Spillmann, Zürich: Installation und Bild
Verena Stark, St. Gallen: Fotografie

Der grosse Kirchenraum ist Ausgangspunkt für unser künstlerisches Schaffen. Jede von uns reagiert auf ihre Art, mit allen Sinnen, Erfahrungen und Gedanken. Wir vertiefen unsere Auseinandersetzung mit Besuchen vor Ort, nehmen Mass, reiben uns an Gegebenem, spielen mit Ideen und entscheiden uns für ortsbezogene Interventionen. Nun herrscht anstatt klassischer Ruhe für eine kurze Zeit anregende Unruhe in dem grossen Raum.

Vernissage: Samstag, 28. Oktober von 17 bis 19 Uhr. 
Einführung: Dr. Gabrielle Obrist, Leiterin Kunsthalle Wil und Ulrike Müller, Pfarrerin. Musik: Joanne Baratta und Nora Vetter
Öffnungszeiten: Sonntag, 29.10. bis Freitag, 3.11. jeweils von 15 bis 18 Uhr. 
Während dieser Zeit sind Künstlerinnen anwesend.
Finissage: Freitag, 3. November von 18 bis 19 Uhr

 
«Diesen Raum liebe ich!», so eine Äusserung höre ich nicht alle Tage in der Grossen Kirche. Und die, die diesen Satz sagte, fuhr fort: «Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, aber je öfter ich hier bin, desto mehr fällt mir auf, wie sorgfältig und wie speziell diese Kirche gebaut ist. So schöne Details! Ich komme hier zur Ruhe.» Es ist die Stimme von einer der fünf Künstlerinnen, die sich seit Monaten mit unserer Grossen Kirche beschäftigen.

Es begann damit, dass ich Brigitte Spillmann, eine Altstetterin,  fragte, ob sie sich vorstellen könnte – zusammen mit befreundeten KünstlernInnen – zu schauen, was dieser Raum mit allem was drin ist, in ihnen bewegt und was sie hin­einbringen wollen.

«Unsere» Grosse Kirche macht es einem ja nicht leicht, sich in ihr wohl zu fühlen. So gross und kahl erscheint sie einem. Spannend war es nun zu sehen, wie sich die fünf Frauen diesem Raum näherten: Erst eher distanziert und dann zunehmend begeistert.

Vom 28. Oktober bis 3. November werden ihre Werke in der Kirche zu sehen sein. Einen ganz kleinen Eindruck möchte ich Ihnen jetzt schon geben:

 
Empfangen werden die Eintretenden mit drei Worten, die auf den Boden geschrieben sind: «Raum für alle». Ein Willkommensgruss. Raum für alle, die kommen wollen, soll in der Kirche sein.Eine Erinnerung daran, dass sie kein exklusiver Club sein sollte, sondern offen für alle, die kommen wollen. Ist sie das? Sind wir das? Wer will denn kommen?
 
Eine andere der Künstlerinnen widmet sich den seitlichen Fenstern. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass diese an die Bullaugen eines Schiffes erinnern? Mir noch nie, aber mit den Augen der Künstlerin sehe ich es auf einmal auch. Die Kirche ein Schiff auf seinem Weg durch manchmal stürmische Wogen. Himmels-Bilder sind davor aufgestellt. Sie scheinen zu fragen: Und in dieser Zeit – welchen Horizont hat die Kirche? Oder: Was ist dein Horizont, dein Himmel?
 
Eine Künstlerin beschäftigt die Geschichte von Frauen. Sie haben wesentlich das Gemeindeleben mit aufgebaut, aber lange hatten sie nichts zu melden. Abdrücke von Ellbögen sind zu sehen. Was wollen sie sagen? Dass Frauen ihre Ellbögen zu wenig gebrauchten, um ihre Anliegen einzubringen? Oder rufen sie auf, diesen heute mehr Nachdruck zu verleihen?
 
Es gibt noch viel mehr zu entdecken! Hoffentlich habe ich Sie gluschtig gemacht!
 
Eröffnet wird die Ausstellung am 28. Oktober mit einer Vernissage. Eingeführt wird von der Kuratorin Gabrielle Obrist und Pfarrerin Ulrike Müller. Musik und ein feiner Apéro dürfen nicht fehlen. Während der ganzen Woche wird der Raum gehütet von den fünf Künstlerinnnen. Sie geben auch Auskunft über ihre Werke.
 
Ulrike Müller, Pfarrerin